Maria kennt jede unserer Safaris ganz genau – als Buchung, als Zahl, als Posten in einer Tabelle. Seit vielen Jahren kümmert sie sich bei Karibu Safaris um die Buchhaltung, doch Afrika selbst hatte sie noch nie erlebt. Bis das gesamte Karibu Team gemeinsam aufbrach und Maria zum ersten Mal dabei war: ihre erste Safari, ihr erstes Mal Afrika, ihr Ziel Simbabwe. Wie es ihr ergangen ist, erzählt sie hier mit dem frischen Blick einer Frau, die Afrika bisher nur vom Schreibtisch aus kannte und es nun mit dem Herzen entdeckt hat.
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Ich hatte noch nie eine Reise nach Afrika gemacht und kannte Afrika nur aus Erzählungen, Bildern und Filmen. Zum 20-jährigen Jubiläum von Karibu Safaris plante unsere Geschäftsleitung Jess und Julian etwas ganz Besonderes für uns: eine gemeinsame Reise des gesamten Teams nach Simbabwe. Die Vorfreude war riesig, was dann auf mich zukam war gefühlsmäßig weit mehr als ich je erwartet hatte.
Ankunft in Mana Pools: Das erste Afrikafieber
Nach einem Flug von Frankfurt über Addis Abeba nach Harare, der Hauptstadt Simbabwes, der ca. 13 Stunden dauerte, wurden wir von freundlichen Mitarbeitern von African Bush Camps und MackAir in Empfang genommen, die uns weiter zu unserem ersten Ziel nach Mana Pools flogen. Mana Pools, UNESCO-Weltnaturerbe und eines der wenigen noch unberührten Wildnisgebiete der Welt.
Da ich noch nie in einem Buschflieger gesessen hatte, stellte sich schnell heraus, dass meine anfängliche Angst davor völlig unbegründet war. Ich konnte den Flug mit Blick von oben auf die eindrucksvolle Landschaft Simbabwes genießen, bevor wir nach knapp 1,5 Stunden in Mana Pools ankamen und ich beim Betreten der roten Erde das erste Fieber für Afrika verspürte.
Die Begrüßung der Guides von African Bush Camps mit warmen, nach Kräutern duftenden Tüchern, kalten Getränken und einem breiten Lächeln fiel sehr herzlich aus.
In offenen Jeeps führte uns die Fahrt durch einen Wald, der mir wie ein Märchenwald erschien: grüne Hügel, kleine Wasserlöcher, Termitenhügel aus rotem Sand, viele Impalas, bunte Vögel und die ersten Paviane, auch Baboons genannt. Eine Sinnesweide für Augen, Ohren und Nase. Es dauerte nicht lange, bis am Straßenrand eine ganze Löwenfamilie schläfrig ruhte und mein Herz schneller schlug, als wir zum Stehen kamen. Laut meinen erfahrenen Kollegen keine Selbstverständlichkeit, bereits am Anfang einer Safari einem Löwenrudel so nahe zu sein. Es sollte nicht das einzige solche Erlebnis bleiben.
Nyamatusi Camp: Luxus im Busch am Sambesi
Im Nyamatusi Camp angekommen wurden wir von fröhlich singenden Mitarbeitern der Nyamatusi Mahagony Lodge herzlich empfangen. Versorgt mit kühlen Getränken, konnte ich einen ersten Blick von der Terrasse auf den vor uns liegenden Sambesi genießen. Weiter ging es zu den luxuriösen Zeltsuiten, die allen Komfort bieten, den man im Busch nicht erwarten würde. Nach einem Abendessen, dessen Auswahl für jeden Geschmack etwas bot, schlief ich in meiner ersten Nacht in Afrika tief und fest, der Tierwelt lauschend, schnell ein.
Am nächsten Morgen hieß es um 5 Uhr aufstehen. Nach einem reichhaltigen Frühstücksbuffet erwartete mich mein erster Game Drive mit dem erfahrenen Guide Cloud. Nach kurzer Fahrt durch offene Wälder mit schattenspendenden Winterdornbäumen (Ana-Bäumen), Mahagoni, Ebenholz, Affenbrotbäumen (Baobabs) und großen Akazienbäumen begegnete uns der erste Elefantenbulle. Cloud beschloss spontan, dass es Zeit für den ersten Walk sei. Ich muss gestehen, im ersten Moment war ich verunsichert: Es macht doch einen Unterschied, in einem offenen Fahrzeug zu sitzen oder sich zu Fuß dem größten Landsäugetier der Welt zu nähern. Bereits nach den ersten Schritten fasste ich Vertrauen zu Cloud und spürte die magische Anziehungskraft, die der Elefantenbulle ausstrahlte.
Vor uns stellte er sich völlig lautlos, trotz seines Gewichts, auf seine Hinterbeine, um an die Früchte der Akazienbäume zu gelangen. Ein Anblick, der mir unvergesslich bleiben wird und der erlebt tiefer wirkt als jedes Bild. Bald erschien auch ein zweiter Elefantenbulle und Cloud führte uns ganz nah und doch sicher an die beiden heran, bevor wir uns zum Fahrzeug zurückzogen.
In den drei Tagen mit jeweils zwei Game Drives begegneten uns große Löwenrudel, Elefanten, Grüne Meerkatzen, Paviane, Warzenschweine, Kudus, Impalas, Schakale, viele Vögel und Flusspferde. Beeindruckend auch die vier Hauptpools (Long Pool, Main Pool, Chine Pool, Chisassiko Pool), die vor allem in der Trockenzeit als zentraler Treffpunkt für die Wildtiere wirken.
Aufgrund der Tierdichte ist es ein kleiner Wermutstropfen, dass es nicht möglich ist, sich allein im Camp zu bewegen. Die Mitarbeiter vor Ort wiegen dies aber auf: Jederzeit abrufbereit wurde ich von A nach B gebracht und fühlte mich immer sicher. Die Verpflegung war hervorragend, von Frühstück über Mittagessen bis Abendessen, dazwischen Kuchen und Sundowner. Nyamatusi bietet hohe Qualität, abwechslungsreich und auch für Vegetarier stand immer ein schmackhaftes Gericht zur Auswahl. Am letzten Abend wurden wir mit einem Buschdinner mit landestypischen Gerichten überrascht. Die gegrillten Mopanewürmer haben meinen Geschmack nicht ganz getroffen, was aber natürlich jeder einmal probieren muss. Dafür gab es reichlich Grillfleisch, Maisbrei, lokalen Spinat mit Erdnussbutter und Saucen, inklusive dem berühmten Malva Pudding.
Bumi Hills: Elefanten, Sonnenuntergänge und ein gestohlenes Mittagessen
Nach drei Tagen fiel mir der Abschied schwer, doch das nächste Abenteuer wartete bereits. Mit dem Buschflieger ging es direkt nach Bumi Hills an den Karibasee.
Bumi Hills in der Provinz Mashonaland West liegt auf einem Hügel und bietet von den Zimmern einen wunderschönen Blick über grüne Uferflächen direkt auf den Karibasee. Die Lodge ist umzäunt, weshalb man sich auf dem Gelände frei bewegen kann. Eine gepflegte Anlage mit tierischen Gästen: Meerkatzen, Paviane, Buschböcke, Geckos, Agamen, Vögel und sogar eine kleine Wasserschlange waren zu beobachten.
Der Blick ins Tal ist einzigartig. In der grünen Ebene am Seeufer leben größere Elefantenherden, die den See zum Trinken und Baden aufsuchen. Die sanften Riesen so hautnah mit ihren Jungen beobachten zu können, war ein bewegendes Erlebnis.
Besonders war auch die Fahrt mit dem Schnellboot vorbei an badenden Elefanten zu einer kleinen Insel, wo bereits ein leckeres Mittagessen wartete. Auch wenn ich durch meine Seekrankheit auf das Essen verzichten musste, war der Ausflug absolut lohnenswert. Meine Kolleginnen und Kollegen genossen das Mittagessen sichtlich. Weiter ging es mit dem Hausboot der Bumi Hills Safari Lodge, der „Lady Jacqueline". Den Nachmittag auf dem Karibasee zu entspannen und den Sonnenuntergang zu genießen, ließ die Seekrankheit schnell vergessen.
Bumi Hills ist für mich ein Ort der Erholung: komfortable Zimmer, ein großer Pool, sehr gutes und vielseitiges Essen, und gleichzeitig schöne Tierbeobachtungen sowie gigantische Sonnenauf- und -untergänge. Elefanten, Kudus, Impalas, Hippos, Schreiseeadler, Eisvögel, Reiher und Bienenfresser, eine reichhaltige Vogelwelt. Sogar eine kleine Gruppe Zebras war auf einem der Game Drives zu sehen.
Gerne denke ich auch an mein persönliches Erlebnis mit einer kleinen Meerkatze, die es nicht lassen konnte, mir in einem unaufmerksamen Moment eine Orange direkt vor der Nase zu stehlen. Auch das ein unvergessliches Erlebnis.
Bewegend war unser Besuch bei Einheimischen vor Ort. Wir haben zwei Boma-Gehege gespendet und gemeinsam in Teamarbeit aufgebaut. Schnell merkt man, wie die zarten Bürohände unter der Sonne Afrikas kleine Blasen bekommen. Die Freude der Menschen über das Boma war die kleinen Schmerzen auf jeden Fall wert. Die Bomas helfen, die Rinder vor Löwenangriffen zu schützen: Sie sind blickdicht, und was der Löwe nicht sieht, frisst er nicht. Sehr berührend war auch der Besuch einer einheimischen Schule, wo Kinder bis zu 5 km zu Fuß durch den Busch laufen, um zur Schule zu gehen, und dort zweimal täglich eine Mahlzeit bekommen, für viele überlebenswichtig. Gefördert wird das von unserem Partner African Bush Camps: Für jeden Gast der Lodge fließen 10 USD pro Nacht in ihre Stiftung.
Hwange Nationalpark: Leoparden, Löwen und ein Elefant auf der Terrasse
Nach drei weiteren Tagen in Bumi Hills ging es mit dem Buschflieger zum Hwange Nationalpark, dem größten Wildreservat Simbabwes. Bereits auf dem Weg zum Somalisa Camp begegneten uns Elefanten, Kudus, Impalas und Strauße.
Das Somalisa Camp ist klein, komfortabel und sehr persönlich. Die Zimmer haben eine schöne Holzterrasse, Innen- und Außendusche und eine gut gefüllte Minibar. Tagsüber kann man sich frei bewegen, sollte aber immer achtsam sein: Elefanten besuchen das Camp gerne und trinken bevorzugt nicht nur am Wasserloch, sondern auch am Pool im Hauptbereich.
Ein besonderes Erlebnis hatte ich beim Arbeiten auf der Terrasse meines Zimmers. Als ich vom Laptop aufblickte, graste hinter einem Busch direkt vor mir ein Elefantenbulle. Er hatte es nicht eilig, ich auch nicht. Ruhig zog er nach einer Weile weiter Richtung Wasserloch, und ich traute mich wieder aufzuatmen.
Auf der Nachtpirschfahrt hatten wir großes Glück: Gleich zwei Leoparden kreuzten unseren Weg. Faszinierende Tiere, lautlos und stolz, die mit ihrer Umgebung verschmolzen. Diesen Tieren so nahe zu sein und sich doch sicher zu fühlen, dank der erfahrenen Guides, war ein aufregendes Erlebnis.
Mit Guide Calvet durfte ich einen weiteren Walk erleben, bei dem uns ein Elefantenbulle keine zehn Meter entfernt den Weg kreuzte. Nie werde ich vergessen, wie wir in die Hocke gingen, uns klein machten und ich die Luft anhielt. Er sah uns direkt an, Calvet machte einen ruhigen Laut, und es entstand keinerlei Aufregung. Ein bewegender Moment, mit Gefühlen die schwer in Worte zu fassen sind.
Im Hwange Nationalpark mit seiner offenen Savanne und dem dichten Teakholzwald konnte ich Elefantenherden, Zebras, Kudus, Giraffen, Löwen und viele Vogelarten beobachten. Das eindringlichste Erlebnis war die Begegnung mit einem Löwen, der direkt vor uns sein Revier patrouillierte, ruhig auf das Fahrzeug zulief und direkt daran vorbeizog. Als er neben mir war und uns nur wenige Meter trennten, traute ich mich nicht, ihn anzusehen. Eine Erfahrung, die sich tief einprägt.
Victoria Falls: Mondregenbogen zum Abschluss
Mit dem Buschflieger ging es weiter nach Victoria Falls, wo wir unseren letzten Tag verbrachten. Das Lookout Café bietet einen wunderbaren Blick in die Schlucht und zur Brücke nach Sambia. Das Essen hielt naturgemäß nicht mit den Camps mit, aber der Ausblick und die Aktivitäten sind eine klare Empfehlung.
Spontan führte uns Andreas noch zu Fuß über die Viktoria-Brücke Richtung sambische Grenze. Ein warmer Regenschauer, ausgelöst durch den Nebel der Fälle, begleitete uns, dazu Regenbögen in den schönsten Farben über der Straße und am Fluss entlang.
Im Victoria Falls Hotel erholten wir uns auf der Terrasse mit direktem Blick auf die Gischt der Fälle. Das Highlight des Abends: der Besuch der Fälle bei Mondlicht, der sogenannte Lunar Rainbow, den es nur an drei Tagen pro Monat zu sehen gibt. Die Fälle mächtig und kraftvoll, das Wasser in die Tiefe rauschend, im Mondschein, und dann noch ein bunter Regenbogen bei Nacht.
Ein kleiner Drink zum Abschluss, dann zurück ins Pioneers Hotel, ein schönes Hotel mit gepflegter Parkanlage, großen Pools und gemütlicher Terrasse.
Am Tag des Rückflugs gab es noch eine Bootsfahrt auf dem ruhig dahinfließenden Sambesi mit Sonnenaufgang und einem leckeren Frühstück, mit Blick auf eine Landschaft, die den Abschied nicht einfacher machte.
Simbabwe war für mich ein Abenteuer: die Tierwelt so hautnah erleben zu dürfen, mit einer Artenvielfalt und einer Landschaft, deren Schönheit noch unberührt ist und hoffentlich auch bleibt.
Simbabwe Chisarai - die schönste Reise meines Lebens, und sicher mehr als eine Reise wert.