Seit den Ebola-Meldungen aus Uganda erreichen uns bei Karibu Safaris viele Fragen von Gästen, die für Uganda oder Ruanda gebucht haben. Ich war zusammen mit meiner Kollegin Evelyn erst vor zwei Wochen selbst neun Tage lang dort unterwegs: Schimpansen-Tracking in Kibale, Löwen und Bootssafari am Kazinga-Kanal, Gorilla-Trekking in Bwindi, Goldmeerkatzen in Mgahinga und die Grenze nach Ruanda. Hier ist mein Bericht. Und ehrlich gesagt ging es am Ende der Reise kaum noch um Ebola. Sondern um all das andere.
Erst mal informieren, nicht ignorieren
Bevor es losging, wollte ich mich nicht auf mein Bauchgefühl verlassen, sondern habe beim Tropeninstitut nachgefragt. Die Auskunft: Ebola sei in Uganda aktuell kein Thema, mit dem ich mich als Reisende ernsthaft beschäftigen müsse, da die Vorsichtsmaßnahmen im Land dafür zu hoch seien. Mit dieser Grundlage im Kopf bin ich losgeflogen, und schon die Ankunft in Entebbe hat diesen Eindruck bestätigt: konsequente Hygienevorschriften, ohne dass sich das wie ein Ausnahmezustand angefühlt hätte. Auch beim Inlandsflug nach Kasese gehörte eine Fiebermessung per Wärmebildkamera selbstverständlich zum Ablauf: unkompliziert, schnell, kein Thema mehr, sobald wir einmal durch waren.
Kibale: mitten hinein in den "Regenwald der Primaten"
Von Kasese ging es per Fahrzeug gut anderthalb Stunden ins Kibale Lodge, mit Blick auf die Rwenzori-Berge. Noch am Nachmittag der Ankunft stand das erste große Highlight an: Schimpansen-Tracking im Kibale Forest, der als "Primate Capital of the World" gilt. Wenn man mitten im Wald steht und plötzlich von allen Seiten die lauten Rufe der Schimpansen durch das Blätterdach hallen, merkt man schnell: Das lässt sich mit keinem Foto einfangen. Abends dann Gin & Tonic auf der Terrasse mit Blick auf die Rwenzoris, und beim Dinner ein Primatologe vom Kibale Chimpanzee Project, der von seiner Forschung und den Herausforderungen beim Schutz der Schimpansen erzählt hat. Das war für uns genau die Art von Abend, die aus einer Safari eine echte Begegnung macht statt nur ein Häkchen auf der lang ersehnten Checkliste.
Kyambura Gorge: zu Fuß durch die "verlorenen Schimpansen"
Weiter ging es Richtung Queen Elizabeth Nationalpark und Kyambura Gorge Lodge, unterwegs ein Stopp bei der Rwenzori Sculpture Foundation, die junge ugandische Künstler fördert. Am Nachmittag dann eine Wanderung direkt von der Lodge hinunter in die Schlucht, auf der Suche nach den "Lost Chimps of Kyambura" – ein völlig anderes Landschaftsbild als das Grasland drumherum, dicht, grün, mit Fußspuren, denen unser Guide nachgegangen ist. Genau dieser Perspektivwechsel, mitten durch hohes Savannengras auf schmalen Pfaden, mit Bäumen am Horizont, ist eines der Bilder, die mir von der ganzen Reise am stärksten in Erinnerung geblieben sind.
Im Rahmen des Kyambura Gorge Ecotourism Projects hatten wir außerdem die Wahl zwischen Kaffeerösten mit der Kyambura Women's Coffee Cooperative, Vogelbeobachtung in den renaturierten Feuchtgebieten, dem Pflanzen eines Baumsetzlings oder Honigernte mit der örtlichen Imker-Kooperative. Die Entscheidung fiel uns nicht leicht, da alle kleine, aber sehr konkrete Berührungspunkte mit den Menschen vor Ort waren und nicht nur mit der Landschaft.
Am nächsten Morgen stand eine Pirschfahrt auf den Kasenyi-Plains an, gemeinsam mit einem Forscher des Uganda Carnivore Project. Die Ebene gilt als verlässlicher Ort für Löwen, Leoparden, Elefanten und Büffel. Unsere GPS-Daten und Fotos von Löwensichtungen fließen dabei direkt in die jährliche Raubtierzählung des Kyambura Lion Monitoring Teams ein. Am Nachmittag eine Bootstour auf dem Kazinga-Kanal, der für eine der höchsten Nilpferddichten Afrikas bekannt ist, dazu Elefanten und Büffel, die zum Trinken an die Ufer kamen. Abends vor dem Dinner noch eine kurze Präsentation zum Löwenschutz. Wir sind nachhaltig begeistert von dem Mix aus Naturerlebnis und echtem Einblick in Forschung und Schutzarbeit vor Ort.
Bwindi: der "undurchdringliche" Wald und die Gorillas
Die Fahrt weiter zum Bwindi Forest, durch den Ishasha-Sektor mit seinen berühmten baumkletternden Löwen, dauert fünf bis sechs Stunden. Das ist ziemlich lang, aber die Landschaft verändert sich dabei so kontinuierlich, dass mir die Zeit kaum aufgefallen ist. Bwindi Lodge liegt direkt am Rand des Regenwalds, mit Blick über dichtes, bergiges Grün. Als perfekte Vorbereitung auf den nächsten Tag, gab es am Abend vor dem Gorilla-Trek noch ein Gespräch am Feuer mit Mitarbeitenden von Gorilla Doctors.
Das Gorilla-Trekking selbst war kein Spaziergang: steile, dicht bewaldete Hänge, mehrere Stunden Aufstieg, weil sich die Gorillafamilie an diesem Tag etwas weiter weg aufhielt. Und dann standen wir plötzlich vor ihnen, halb im Blattwerk verborgen. Genau dieser Moment – nach der Anstrengung, nach der Ungewissheit, wo die Tiere heute sein würden – war es, der mich am meisten überwältigt hat, ohne dass ich das Wort vorher benutzt hätte. Danach ein Stopp in der Bwindi Bar für den "Gorillini"-Cocktail, deren Erlös in ein Ausbildungsprogramm für Jugendliche aus der Umgebung fließt, sowie ein Besuch bei Conservation Through Public Health, die sich um die Gesundheit von Gorillas und den umliegenden Gemeinden kümmern. Noch so ein Punkt, an dem Tierschutz und Menschen vor Ort direkt zusammenhängen.
Mgahinga: Goldmeerkatzen und Batwa-Kultur
Per Kurzflug nach Kisoro und weiter mit dem Auto ging es zum Mount Gahinga Lodge am Rand des Mgahinga-Nationalparks, direkt an den Virunga-Vulkanen. Noch am Ankunftstag: Tracking der Goldmeerkatzen, die in großen, sehr lebhaften Gruppen unterwegs sind. Mal spielten sie hoch oben in den Ästen, mal am Boden auf der Suche nach Bambussprossen. Danach Besuch im Gahinga Batwa Village, wo die Geschichte eines der ältesten Volksstämme Afrikas lebendig vermittelt wird, inklusive Einblick in ihr traditionelles Leben als Jäger und Sammler im Wald.
Die Grenze nach Ruanda: durchorganisiert bis ins Detail
Der Grenzübertritt von Uganda nach Ruanda war für mich einer der am besten organisierten Momente der ganzen Reise. Die Sicherheits- und Gesundheitschecks dort waren so gründlich und routiniert, dass für Sorgen schlicht kein Raum blieb – ein Ablauf, der eher Vertrauen schafft als Unbehagen.
Auf dem Weg zur Virunga Lodge, die oben auf einem Hügel mit Panoramablick auf die Vulkankette und die Seen Bulera und Ruhondo thront, ein Stopp am neuen Ellen DeGeneres Campus des Dian Fossey Fund. Nach dem Mittagessen ein Vogel- und Gemeinschaftsspaziergang, Einblicke in die Geschichte des Gorillaschutzes im dortigen Map Room, und zum Sonnenuntergang ein traditioneller Tanz der Intore mit Sundowner in der Hand. Das war ein ruhiger, würdiger Abschluss der Bergetappe.
Der letzte Tag führte uns dann nach Kigali: Stadtrundgang, Handwerksmärkte, und ein Besuch des Genozid-Mahnmals, das an die jüngere Geschichte des Landes erinnert. Ein sehr bewegender Moment mit einem sehr bewussten Kontrast zu den Tagen davor in der Natur.
Was bleibt: kein Ausnahmezustand, sondern normaler Betrieb
Ob am Flughafen, in den Lodges oder bei den Treks selbst – von der Ankunft bis zu unseren Guides lief alles professionell und organisiert ab, wie man es von einer gut geführten Safari erwartet. Keine der Aktivitäten war eingeschränkt, keine wurde abgesagt. Und: Evelyn und ich waren nicht allein unterwegs. Es waren durchaus andere Reisende an den Trekking-Punkten und in den Lodges.
Was mir am meisten in Erinnerung geblieben ist, war ohnehin nicht die Kontrolle am Flughafen, sondern die Herzlichkeit der Menschen. Vom Empfangsteam über die Guides und Ranger bis zu den Trägern, die unser Gepäck übernommen haben: überall habe ich gespürt, wie willkommen wir waren.
Mein Fazit nach neun Tagen zwischen Kibale, Queen Elizabeth, Bwindi, Mgahinga und Ruanda: Ich habe mich vom ersten bis zum letzten Tag rundum gut aufgehoben gefühlt.
Unser Fazit
Unsere erfahrenen Reiseberater und das gesamte Team nehmen die Sorge unserer Gäste ernst und verharmlosen nichts. Deshalb informieren wir uns laufend bei den zuständigen Stellen vor Ort und in Deutschland. Gleichzeitig zeigt mein Bericht aus erster Hand: Die Vorsichtsmaßnahmen in Uganda und Ruanda sind hoch, der Ablauf vor Ort ist professionell, und die Reisen finden ganz normal statt. Und am Ende, das merke ich selbst am deutlichsten, ist es eben doch die Begegnung mit Schimpansen, Gorillas, Goldmeerkatzen und den Menschen vor Ort, die von so einer Reise bleibt und nicht die Sorge, mit der ich losgefahren bin. Wer Fragen zu seiner individuellen Reise hat, meldet sich jederzeit gerne bei uns. Wir teilen sehr gerne unsere Eindrücke und Erlebnisse – weil wir alles dafür geben wollen, dass Sie sorgenfrei reisen können. Das muss man erlebt haben.